Österreichischer Pinscher

Herkunft

Der Österreichische Pinscher entstammt dem altösterreichischen Landpinscher, der noch in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als genügsamer, vielseitiger Bauernhund weit verbreitet war. Es handelt sich um eine der ältesten Rassen überhaupt - leider auch eine der seltensten. Anhand von Ausgrabungen und Gemälden konnte man beweisen, dass Pinscher bereits vor 4000 Jahren existierten. 

1921 wurde mit einer planmäßigen Reinzucht begonnen. Am 16. Oktober 1928 wurde diese Rasse als Österreichischer kurzhaariger Pinscher vom Österreichischen Kynologenverband anerkannt. Im Jahr 2000 wurde der Rassename auf „Österreichischer Pinscher“ geändert. Als genügsamer und haustreuer Haus-, Hof- und Wachhund arbeitete er auf den Bauernhöfen und musste Stall und Scheune rattenfrei halten, beim Viehtreiben mithelfen und das Federvieh vor Füchsen schützen. 
Laut Emil Hauck, dem Begründer der Rasse, geht seine mittlere Größe (42 – 50 cm) darauf zurück, dass er einerseits in der Fütterung nicht aufwendig sein und andererseits größerem Wild nicht gefährlich werden sollte. Sein in der Regel kurzes Stockhaar sollte wetterfest, pflegeleicht und schmutzabweisend sein. Wie auch heute noch, gab es immer schon langstockhaarige Exemplare. Solange deren Fell nicht zum Verfilzen neigte, störte das niemanden, genauso wie die Farben für die Gebrauchseigenschaften unwesentlich waren.

Eigenschaften

Ein liebenswerter Naturbursche und ein "echter Österreicher". 
Den österreichische Kurzhaar-Pinscher verbindet einiges mit der Mentalität, die man den "zweibeinigen" Bewohnern der Alpenrepublik oft nachsagt. Mit konsequenter Erziehung lassen sich die verspielten, temperamentvollen Welpen gut lenken und sind ihrem Besitzer bedingungslos ergeben. Er liebt Erwachsene und Kinder ebenso wie die zum "Rudel" gehörenden Katzen oder andere Hunde. Auch jegliche Art von Lernen bereitet diesen Hunden Freude. Mit Liebe und Konsequenz kann man bei ihnen alles erreichen, mit Härte allein dagegen nichts. 

Verwendung: Wach- und Begleithund. 
Er ist lebhaft, aufgeweckt, anspruchslos, mutig, unermüdlich, treu, wesensfest, aufmerksam und spielfreudig. Bei ihm vertrauten Menschen ist er besonders anhänglich und freundlich im Umgang. Er bellt gerne und ist sehr wachsam. Fremden gegenüber ist er argwöhnisch und misstrauisch. Er ist ein unbestechlicher Wächter, dessen Jagdtrieb nur schwach ausgeprägt ist. 
Von Natur aus eine Hundrasse fürs Land. Bei ausreichend Auslauf kann man ihn aber auch in der Stadt halten. Durch seine Schnelligkeit, Wendigkeit und großer Ausdauer ist er auch für den Hundesport geeignet. 
Das Fell braucht nur wenig Pflege. Regelmäßiges Bürsten, vor allem während des Fellwechsels, ist ausreichend. 
"Mut, Treue und Wachsamkeit sind die Tugenden des Pinschers!" Für naturverbundene Menschen, die einen temperamentvollen Kameraden suchen, ist der Pinscher der ideale Partner.

Aussehen

Der Österreichische Pinscher ist ein mittelgroßer, stämmig gebauter Hund. Sein charakteristischer Birnenschädel hat einen aufgeweckten pfiffigen Gesichtsausdruck und weist deutliche Geschlechterunterschiede auf. 
Birnenförmiger, harmonischer Kopf, deutlich abgesetzte, breite gewölbte Stirn, kurze gerade Nase (Fanglänge : Oberkopf = 4 : 6), Scherengebiss (Zangengebiss zulässig), straffe Lefzen, schwarzer Nasenschwamm; kleine, hoch angesetzte Kipp-, Knopf- oder Fledermausohren; mittellanger, kräftiger Hals; Der Körper etwas länger, als hoch (Widerrist : Körperlänge = 9 : 10); kurzer, breiter und straffer Rücken; ausgeprägter Widerrist, kaum abfallende Kruppe; tiefe, tonnenförmig gewölbte Brust und leicht aufgezogener Bauch. Die hoch angesetzte, kräftige, dicht behaarte Rute kringelt sich als Sichel oder Posthörndl. Kräftige, gut gewinkelte Gliedmaßen mit geraden Läufen; geschlossene Pfoten mit kräftigen Krallen. Raumgreifender, flüssiger und harmonischer Bewegungsablauf; 
Das Fell ist kurz, dicht, glatt anliegend in verschiedene Farben von semmelgelb, rot, braun bis schwarz-lohfarben, meist mit weißen Abzeichen an Kopf, Kehle, Nacken, Brust, Bauch, Läufen und Rutenspitze. Fehlende Abzeichen sind nicht als Fehler zu bewerten.